Die nördliche Verbreitungsgrenze der Fichte in Finnisch-Lappland
– anthropogen oder natürlich?
von
Bernd Cyffka & Michael Zierdt
Zusammenfassung
In der Literatur finden sich viele Beispiele für die nördlichen Art- und
Bestandsgrenzen der Fichte in Finnland. Keine dieser Grenze korrespondiert
mit der Wirklichkeit. Bei genauerer Suche ergeben sich allerdings Anzeichen
in Form von Reliktbeständen, die Hinweise auf ehemalige Art- bzw.
Bestandsgrenzen geben. In diesem Beitrag werden die gefundenen
Bestände in ihrer räumlichen Lage zu den bestehenden Grenzen
gezeigt und somit ein neuer Grenzverlauf angedeutet.
Von wissenschaftlicher und allgemeiner Bedeutung ist nicht die
unkorrekte Grenzziehung an sich, sondern die Tatsache, dass hierdurch
vielfach der Eindruck erweckt wird, dass Fichten in diesen nördlichen
Bereichen nicht mehr als Bestand oder Art existieren könnten. Dieser
Eindruck gilt – wie im Weiteren gezeigt werden wird – auch für Kiefern
und schlägt sich sogar auf Informationstafeln zu Nationalparks nieder.
Somit wird die anthropogene Extinktion von Fichte und Kiefer im
nördlichen Finnland im Nachhinein als natürlich dargestellt
und sanktioniert. Hierdurch zeigt sich die Fähigkeit des
Menschen, eine Landschaft zu verändern, ohne dass ein
deutlich anderer Landschaftseindruck entsteht.
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