Zur Regeneration der alpinen Birkenwaldgrenze
nach Nutzungsumstellung im ozeanischen Zentralnorwegen
von
Ole Rößler & Jörg Löffler
Zusammenfassung
Die Birkenwaldregeneration an der alpinen Baumgrenze in
Zentralnorwegen als Folge einer Nutzungsumstellung wurde
durch einen bitemporalen Orthophotovergleich, durch kleinräumige
Baumgrenzökotonkartierungen und durch dendroökologische Erfassungen
nachvollzogen. Die Nutzungsumstellung von einer Seter-Wirtschaft mit
Milchviehhaltung zu einer extensiven Schafweidewirtschaft bewirkte eine
auf das Baumgrenzökoton begrenzte Wiederbewaldung. Innerhalb des Ökotons
stellten die am stärksten gestörten Positionen einen Regenerationsschwerpunkt
im Bereich des ehemaligen Seters dar. Nach der vollständiger Nutzungsaufgabe
ist gegenwärtig eine anhaltende Regeneration von Birken zu verzeichnen. Diese
ist allerdings räumlich auf Kuppen und Mulden begrenzt ist. Diese Standorte
sind für das weitere Aufwachsen jedoch suboptimal. Die günstigeren
Standortbedingungen an den Hanglagen werden durch Birkenwald- oder
Zwergstrauchbestände eingenommen, die durch die schattigen Bedingungen
keine Birkenverjüngung zulassen. Deshalb wird eine kurzfristige,
flächendeckende Regeneration nicht erwartet.
Summary
Regeneration of mountain birch (Betula pubescens) that was
initiated after a change in land use at the alpine treeline
in Central Norway was investigated using a bitemporal orthophoto
comparison, detailed mapping of vegetation structure, and
dendroecological surveys. The change in land use - from
cattle keeping on the summer farm to extensive sheep grazing
in the sixties - resulted in a spatially restricted regeneration.
Primary regeneration was found on formerly heavy disturbed sites.
More recently regeneration of Betula pubescens is continuing, but
even more limited to unsuitable sites. Regeneration was found
only at the ridges and in the wet depressions. These sites are
suboptimal. Optimal sites are occupied by Betula pubescens forest
or dwarf shrub. Both do inhibit a regeneration of Betula pubescens
seedlings. Thus, a rapid response of mountain birch to recent
abandonment of land use seems unlikely.
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